USA/Litauen: "Great honor
for survivor Jay M. Ipson"


Austrian Holocaust Memorial Award geht an Überlebenden des
Kovno Ghettos und Gründer des Virginia Holocaust Museums

Österreichischer Botschafter überreicht Austrian Holocaust Memorial Award an Gründer des Virginia Holocaust Museums
v.l.n.r.: Botschafter Dr. Christian Prosl, Elly Ipson, Jay M. Ipson und Gedenkdiener Adrian C.S. Kainz


Im Rahmen eines offiziellen Besuches des Österreichischen Botschafters in den USA Dr. Christian Prosl in Richmond, Virginia wurde Jay M. Ipson (74) am 11. Mai 2010 für "sein vorbildhaftes Engagement als Zeitzeuge sowie die Gründung und Leitung des Virginia Holocaust Museums" mit dem Austrian Holocaust Memorial Award 2009 (AHMA) ausgezeichnet. Unter Anwesenheit des gesamten Museumsvorstandes und zahlreicher Gratulanten überreichte der Botschafter nach einer festlichen Laudatio die Urkunde an den sichtlich bewegten Preisträger.

Als 6-Jähriger wurde Jay M. Ipson (geb. Jacob Ipp) mit seiner Familie in das Kovno Ghetto deportiert. Mehrfaches Glück, Helfer, die ihr eigenes Leben riskierten und die Weitsicht des Vaters ermöglichten ihm als eines von wenigen jüdischen Kindern mit den Eltern dem Nazi-Terror und sicher geglaubtem Tod in Litauen zu entkommen. Nach Kriegsende verließen sie ihre verlorene Heimat in Richtung München und gelangten im Juni 1947 nach Richmond.

Seit den 1980er Jahren besucht Jay M. Ipson regelmäßig Schulen um über seine Erlebnisse im Nationalsozialismus zu berichten. 1997 gegründete er mit zwei Freunden das Virginia Holocaust Museum. Aufgrund der großen Nachfrage wurde ein neuer Standort gesucht und das Museum konnte 2003 in einer ehemaligen Tabakfabrik wiedereröffnet werden. Bis heute zählt es mehr als 150.000 nationale aber auch internationale Besucher. Seit 2000 besteht eine Kooperation zwischen dem Österreichischen Gedenkdienst und dem Virginia Holocaust Museum. Derzeit leistet der Grazer Adrian C.S.Kainz seinen Zivilersatzdienst in Richmond. Er ist bereits der fünfte junge Österreicher im Virginia Holocaust Museum und auch für die nächsten Jahre ist die Entsendung weiterer Gedenkdiener an das Museum geplant.

Der Austrian Holocaust Memorial Award wurde 2006 vom Verein Österreichischer Auslandsdienst gestiftet und wird seit damals jährlich an eine Persönlichkeit vergeben, die sich "besonders für das Gedenken an die Verbrechen des Nationalsozialismus engagiert und dadurch innerhalb der Universalität dieses Unrechts und seiner Konsequenzen für die gesamte Menschheit ein Zeichen setzt". Die bisherigen Preisträger sind der chinesische Historiker Pan Guang, der brasilianische Journalist und Stefan Zweig-Biograf Alberto Dines sowie der französische Überlebende des Massakers von Oradour Robert Hébras. Der Preis wird jeweils im Ausland durch die österreichische Vertretungsbehörde überreicht.



Jay M. Ipson gibt Botschafter Prosl eine Museumsführung Virginia Holocaust Museum in Richmond, Virginia'
Persönliche Museumsführung für Botschafter Prosl und Außenansicht des Virginia Holocaust Museums in Richmond

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Robert Hébras, Überlebender des SS-Massakers von Oradour, erhält Austrian Holocaust Memorial Award 2008

Enkelin Delphine Hébras, Altösterreicher Jean Serog, AHMA-Preisträger Robert Hébras und  Botschafter Dr. Hubert Heiss (v.l.n.r.)
Enkelin Delphine Hébras, Altösterreicher Jean Serog, AHMA-Preisträger Robert Hébras und
Botschafter Dr. Hubert Heiss (v.l.n.r.) – Foto: Vicent Clausell

Am 17. März 2008, im Rahmen eines feierlichen Empfanges in der Österreichischen Botschaft in Paris, wurde der Oradour-Überlebende Robert Hébras (82) von Botschafter Dr. Hubert Heiss „für sein bemerkenswertes Engagement als Zeitzeuge wider das Vergessen sowie für seinen leidenschaftlichen Einsatz um die Versöhnung zwischen Deutschen, Franzosen und Österreichern“ mit dem Austrian Holocaust Memorial Award 2008 (AHMA) ausgezeichnet.

Neben Jean-Marcel Darthout ist Robert Hébras der einzige heute noch lebende Mensch, der dem Massenmord von Oradour am 10. Juni 1944 entkommen konnte, indem er während der Exekutionen durch die SS mit viel Glück unter dem Leichenberg seiner Freunde und Nachbarn verborgen blieb. Insgesamt fielen dem Massaker 207 Kinder, 254 Frauen und 181 Männer zum Opfer.

Beate Klarsfeld, Dr. Andreas Maislinger und Jean Serog Vorgeschlagen wurde der diesjährige AHMA-Preisträger vom aktuellen österreichischen Gedenkdiener am Centre de la Mémoire d’Oradour (CMO), Mag. René J. Laglstorfer. Damit will der Österreichische Gedenkdienst eindringlich an das historische, aber öffentlich meist totgeschwiegene Faktum erinnern, dass Österreicher im Verhältnis zur Bevölkerungsanzahl überproportional in der SS vertreten waren. Dr. Andreas Maislinger, Gründer und Vorsitzender des Österreichischen Gedenkdienstes: „Die Auszeichnung von Robert Hébras ist eine Verneigung vor den Opfern von Oradour und als Respekt für die Leistung der Überlebenden zu verstehen.“


Beate Klarsfeld, Dr. Andreas Maislinger und Jean Serog (v.l.n.r.)
- Foto Vicent Clausell

Zahlreiche Ehrengäste, darunter der in Schlesien geborene und in den 30er-Jahren nach Frankreich emigrierte Altösterreicher Jean Serog (99) sowie Beate Klarsfeld, haben Robert Hébras zu diesem Anlass gratuliert. Die in Paris lebende Journalistin, die Zeit ihres Lebens für die Aufklärung und Verfolgung von NS-Verbrechen eingetreten ist, wurde 1968 durch ihre Ohrfeige für den damaligen deutschen Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger bekannt und gilt seither als französisches Pendant zum österreichischen Nazi-Jäger Simon Wiesenthal.

Der erste und der aktuelle österreichische Gedenkdiener in Oradour: Mag. Werner Kutil und Mag. René J. Laglstorfer Nur zwei Tage nach der Preisverleihung stattete die erste offizielle Delegation aus Österreich der Gedenkstätte von Oradour einen Besuch ab: Österreichs Botschaftsrätin in Frankreich, Mag. Marina Ruhland-Chrystoph sowie Dr. Andreas Maislinger erinnerten an die Mitverantwortung der Österreicherinnen und Österreicher für die Verbrechen des Nationalsozialismus. Höhepunkt der Visite war die Führung durch die Ruinen des Märtyrerdorfes von Oradour mit AHMA-Preisträger Robert Hébras.
Der erste und der aktuelle österreichische Gedenkdiener in Oradour:
Mag. Werner Kutil und Mag. René J. Laglstorfer (v.l.n.r.)
- Foto: Vicent Clausell

Bereits seit sieben Jahren arbeitet das CMO mit dem Österreichischen Gedenkdienst zusammen. Mit Mag. Werner Kutil leistete 2001 der erste Österreicher seinen Zivildienst in Form eines Gedenkdienstes in Oradour. Mag. René J. Laglstorfer aus Oberösterreich, der Ende vergangenen Jahres nach Frankreich übersiedelte, ist bereits der vierte österreichische Gedenkdiener am CMO. Der Tiroler Mathias Althaler wird ihm im September 2008 nachfolgen.

Mag. Marina Ruhland-Chrystoph, Robert Hébras und Dr. Andreas Maislinger
Mag. Marina Ruhland-Chrystoph, Robert Hébras
und Dr. Andreas Maislinger (v.l.n.r.)
– Foto: France 3 Limousin



Gästeliste:

Gästeliste:
Foto: Vicent Clausell

Stéphanie Boutaud,
Pädagogische Mitarbeiterin im Centre de la Mémoire d’Oradour (CMO), Limoges

Vicent Clausell,
Spanischer Fotograf, Limoges

Michèle Faure,
Verantwortliche für Gedenkdiener und Freiwillige im CMO, Guéret

Sandra Gibouin,
Dokumentalistin im CMO, Oradour-sur-Glane

Robert Hébras,
Überlebender des Massakers von Oradour-sur-Glane, St. Junien

Christine Hébras,
Gattin von Robert Hébras, St. Junien

Delphine Hébras,
Enkelin von Robert Hébras, St. Junien

Dr. Hubert Heiss,
Botschafter der Republik Österreich, Paris

Richard Jezierski,
Direktor des CMO, Oradour-sur-Glane

Beate Klarsfeld,
Journalistin und Nazi-Jägerin, Paris

Mag. Werner Kutil,
Erster Gedenkdiener im CMO (2001/02), Rouen

Mag. René J. Laglstorfer,
Gedenkdiener im CMO (2007/08), Limoges

Yves Lescure,
Direktor der Fondation pour la Mémoire de la Déportation, Paris

Dr. Andreas Maislinger,
Gründer und Vorsitzender des Österreichischen Gedenkdienstes, Innsbruck

Dr. Stefan Martens,
Stv. Direktor des Deutschen Historischen Institutes, Paris

Jutta Perisson,
Bibliothekarin des Österreichischen Kulturinstitutes, Paris

Mag. Marina Ruhland-Chrystoph,
Botschaftsrätin der Republik Österreich, Paris

Angelika Schenk,
Deutsche Freiwillige im CMO (2007/08), Aktion Sühnezeichen Friedensdienste e.V., Limoges

Nicola Schieweck,
Frankreich-Beauftragte von Aktion Sühnezeichen Friedensdienste e.V., Paris

David Schwarzenbacher,
Gedenkdiener in der Fondation pour la Mémoire de la Déportation (2007/08), Paris

Jean Serog,
Altösterreicher und ältester NS-Flüchtling in Paris

AHMA-Urkunde zum Download
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Brasilianischer Journalist erhält Austrian Holocaust Memorial Award


Wien (APA) - Der brasilianische Journalist Alberto Dines erhält den "Austrian Holocaust Memorial Award" (AHMA). Die 2006 vom Österreichischen Auslandsdienst ins Leben gerufene Auszeichnung würdigt damit dessen Buch "Tod im Paradies. Die Tragödie des Stefan Zweig". Dines ist auch Präsident der "Casa Stefan Zweig"-Gesellschaft, die ein Museum in der letzten Wohnstätte des nach Brasilien emigrierten österreichischen Schriftstellers eröffnen wird. Die Preisverleihung findet am Mittwoch (24. Oktober) im Österreichischen Generalkonsulat in Rio de Janeiro statt. Auch wenn der Preis nicht dotiert ist, habe sich Dines über die Nachricht "sehr gefreut", sagte der Vorsitzende des Österreichischen Auslandsdienst Andreas Maislinger im Gespräch mit der APA.

Der Österreichische Gedenkdienst, der im Rahmen des Österreichischen Auslandsdienstes Zivildiener an Institutionen vermittelt, die sich mit dem Holocaust auseinander setzen, wird als Beitrag zum Museumsprojekt voraussichtlich einen Gedenkdiener nach Brasilien entsenden. Trotz einiger noch auszuräumender Formalitäten "kann man davon ausgehen", dass ab 2008 ein Österreicher in der "Casa Stefan Zweig"-Gesellschaft arbeiten werde, zeigte sich Maislinger überzeugt.

Der AHMA wird alljährlich an eine Person verliehen, die sich für das Gedenken an den Holocaust im außereuropäischen Raum einsetzt. Man wolle mehr Aufmerksamkeit für dessen Auswirkungen beispielsweise in Lateinamerika, Asien oder dem islamischen Raum erregen, so Maislinger. "Erstaunt" sei er gewesen, als er das Buch Dines' gelesen habe. Dass sich ein brasilianischer Journalist in dieser Weise mit Zweig auseinander setzt, "sollte in Österreich Anerkennung finden". Maislingers Anliegen sei es auch, mit dem diesjährigen AHMA zu zeigen, dass sich Stefan Zweig 1942 in Brasilien letztlich das Leben genommen habe, weil er vor dem NS-Österreich fliehen musste. Weiters wolle man "ein klares Zeichen" für das Stefan Zweig-Museum in Petropolis, rund 80 Kilometer von Rio de Janeiro entfernt, setzen. Im vergangenen Jahr wurde der chinesische Historiker Professor Pan Guang mit dem AHMA ausgezeichnet.

Interview mit Alberto Dines

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Grußwort von Bundeskanzler Alfred Gusenbauer:

Sehr geehrte Damen und Herren
Sehr geehrter Herr Dines

Die Karibik, Südamerika vor allem aber Brasilien verkörpern bis heute die Sehnsucht der Mitteleuropäer nach einem exotischen Leben in Überfluss. Ganz anders jedoch empfanden die tausenden Österreicherinnen und Österreicher ihre Flucht hierher. Für sie war es keine Reise ins Paradies, kein Abenteuer, sondern ein dramatischer Wettlauf gegen Verfolgung und Vernichtung in ihrer angestammten Heimat. Stefan Zweig gehörte dabei unzweifelhaft zu den materiell Privilegierten, als er diese Flucht antrat. Und für ihn war es sogar eine Art Rückkehr in eine familiäre Heimat. Und dennoch konnte er sich in dieser Heimat nicht integrieren. Er fühlte sich als Außenseiter und verzweifelte an dem, was in seinem Europa geschah. Sein Selbstmord war dann auch kein Freitod. Es war die tiefe Verzweiflung, die ihn dazu trieb, eine Tat zu begehen, die die nationalsozialistischen Schergen selbst ausführen wollten. Millionenfach taten sie es in Auschwitz, in Majdanek, in Bergen Belsen, in Mauthausen und an vielen anderen Stätten des Grauens. Stefan Zweigs Schicksal ist eines, das herausragt aus der Anonymität des Vergessens. Es ruft dazu auf sich mit der Geschichte des eigenen Landes, mit den Verstrickungen der eigenen Kultur auseinander zu setzen. Es mahnt daran, niemals zu vergessen. In diesem Sinne leistet der Österreichische Gedenkdienst einen wichtigen Beitrag zur Aufarbeitung der österreichischen Geschichte im In- und im Ausland. Alberto Dines hat seinen Beitrag wissenschaftlich in Brasilien dafür geleistet. Ich gratuliere ihm zu diesem Preis.

WIEN / RIO DE JANEIRO / PETRÓPOLIS
am 24. Oktober 2007
Dr. Alfred Gusenbauer
Bundeskanzler der Republik Österreich

Grußwort von Aussenministerin Ursula Plassnik:

Ich freue mich für und mit Alberto Dines über die verdiente Auszeichnung mit dem Austrian Holocaust Memorial Award und stelle mich mit meinen herzlichsten Glückwünschen ein.

Der Autor Alberto Dines bringt uns mit „Tod im Paradies. Die Tragödie des Stefan Zweig“ die letzten Jahre dieses großen österreichischen Autors, der vor dem nationalsozialistischen Terrorregime aus seiner Welt flüchten musste, einfühlsam nahe.

Alberto Dines ist auch Präsident der Gesellschaft ‚Casa Stefan Zweig’. Das schöne und wichtige Projekt eines Stefan–Zweig–Hauses in Petrópolis wird ab Februar 2008 tatkräftig durch einen österreichischen Gedenkdiener unterstützt werden.

Ich schätze diese Initiative sehr, denn unserem heutigen Österreich ist die aufrichtige und verantwortungsvolle Auseinandersetzung mit der Vergangenheit ein besonderes Anliegen.

Dazu gehört auch das Festhalten am Nichtvergessen, wofür sich der von der österreichischen Bundesregierung unterstützte Gedenkdienst mit großem Engagement einsetzt.

Dr. Ursula Plassnik
Bundesministerin für europäische und internationale Angelegenheiten

Grußwort von Landeshauptfrau Gabi Burgstaller:

Landeshauptfrau Gabi Burgstaller "Ich möchte mich im Namen des Landes Salzburg bei Alberto Dines bedanken. Mit seiner Zuneigung zu und seiner Arbeit über Stefan Zweig hat er dem Wahl -Salzburger Stefan Zweig ein ebenso berührendes wie eindringliches literarisches Denkmal gesetzt. Weit über seinen Tod hinaus geht uns das Schicksal Zweigs zu Herzen. Wer seine Bücher kennt und liebt, leidet mit, wenn er die Verlorenheit und Verlassenheit Zweigs intensiv durch Dines Werk miterlebt."

SALZBURG / RIO DE JANEIRO /
PETRÓPOLIS,
am 24. Oktober 2007.

Grußwort von Bürgermeister Heinz Schaden:

Sehr geehrter Herr Dines, ich habe erfahren, dass Sie am 24. Oktober für Ihr Stefan Zweig-Buch mit dem Austrian Holocaust Memorial Award 2007 ausgezeichnet werden und möchte Ihnen dazu aufrichtig gratulieren!

Darüber hinaus wünsche ich Ihnen für Ihre Bemühungen, in Petropolis ein Stefan-Zweig Museum zu initiieren, viel Erfolg. In Salzburg kommt demnächst ein ähnlich gelagertes Projekt zur Umsetzung: Stadt, Land und Universität rufen ein Stefan-Zweig-Zentrum ins Leben. Es wäre interessant, wenn in Zukunft eine Kooperation zwischen diesen Einrichtungen entstehen könnte!

Mit freundlichen Grüßen
Heinz Schaden

Grußwort von Hildemar Holl:

Der brasilianische Journalist und Schriftsteller Alberto DINES hat durch zahlreiche Artikel und vor allem durch seine große Biographie "Morte no Paraíso. A Tragédia de Stefan Zweig" (3. Auflage 2004; deutsche Übersetzung 2006: "Tod im Paradies. Die Tragödie des Stefan Zweig) die Kenntnis von Stefan Zweigs Leben und Werk in Lateinamerika und in Europa wesentlich gefördert. Albert DINES stellt im Rahmen seiner Biographie Stefan Zweigs Aufenthalt in Brasilien besonders kenntnisreich und detailgenau dar und zeigt, dass der Dichter trotz der Vertreibung aus Österreich, trotz des Verlustes der Heimat, der Sprache und des europäischen Publikums mitten im Zweiten Weltkrieg Werke schuf (u. a. "Schachnovelle"), die heute zur Weltliteratur zählen. Stefan Zweig sah aber in der Fremde keinen Lebenssinn mehr und schied mit seiner Frau Lotte freiwillig aus dem Leben.

Alberto DINES konnte eine Gruppe von brasilianischen Persönlichkeiten um sich versammeln, die vor kurzem das letzte Wohn- und Sterbehaus von Stefan Zweig in Petrópolis gekauft hat, um darin eine "Casa Stefan Zweig" als Museum und Erinnerungsort für den weltberühmten Dichter und seine Frau einzurichten.

Im Namen der "Internationalen Stefan Zweig-Gesellschaft" danke ich Herrn Alberto DINES für seine vielfältigen Aktivitäten für Stefan Zweig und gratuliere sehr herzlich zur Verleihung der hohen Auszeichnung.

Hildemar Holl, Salzburg

Grußwort von Wilfried Haslauer:

Sehr geehrter Herr Dines,

ich darf Ihnen sehr herzlich zur Auszeichnung mit dem Austrian Holocaust Memorial Award gratulieren!

Besonders freut es mich, daß Sie diese Auszeichnung für Ihre Auseinandersetzung mit Leben und Sterben von Stefan Zweig bekommen haben, der ja mit Salzburg eng verbunden war und dessen Angedenken zu wahren mir auch persönlich ein großes Anliegen ist. Leider hatte ich bisher noch keine Gelegenheit, Ihr Buch über Stefan Zweigs "Tod im Paradies" zu lesen freue mich aber schonjetzt auf die Lektüre und neue Einsichten vor allem in die letzten Lebensjahre Stefan Zweigs, nachdem er Salzburg verlassen musste.

Es gibt einen Satz von Stefan Zweig, der mich bereits lange begleitet und der auch mein Verständis von Politik prägt: "Entscheidend für eine Idee ist nie, wie sie sich verwirklicht, sondern was sie an Wirklichkeit enthält."

Mit der von Ihnen initiierten Casa Stefan Zweig in Petropolis waren Sie den Salzburger Proponenten eines Hauses für Stefan Zweig Vorbild und Inspiration und es freut mich, Ihnen auf diesem Wege mitteilen zu können, daß es gelungen ist, unseren Traum von einer eigenen Forschungsstätte für Stefan Zweig mitten im Zentrum von Salzburg zu verwirklichen.

Die Universität Salzburg stellt Räumlichkeiten zur Verfügung und Stadt und Land Salzburg beteiligen sich an den Kosten für dieses kulturelle Zentrum. Geplant sind Leseräume, internationale Symposien zum Thema Kultur und Judentum, eine Dauerausstellung zu Stefan Zweig und die weltweite Vernetzung aller Zweig Forscher- und Verehrer.

Es wäre mir daher eine große Ehre und Freude, Sie möglichst bald in Salzburg im neuen Haus für Stefan Zweig (geplante Eröffnung noch 2008) begrüssen zu dürfen.

Nochmals herzliche Gratulation und meine besten Grüße aus Salzburg,

Ihr
Dr. Wilfried Haslauer

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Daniel James Schuster erhält "Auslandsdiener des Jahres 2007" Auszeichnung vom Israelischen Botschafter


Am 11. Oktober 2007 überreichte der israelische Botschafter Dan Ashbel die vom Österreichischen Auslandsdienst verliehene Auszeichnung "Auslandsdiener des Jahres 2007" an Daniel James Schuster im Palais Epstein. Die Einladung erfolgte von der Präsidentin des Nationalrates Mag.a Barbara Prammer. Daniel James Schuster war von September 2006 bis August 2007 Gedenkdiener an der Yad Vashem Holocaust Gedenkstätte in Jerusalem. Da er ein österreichisch-australischer Doppelstaatsbürger ist, hielt auch der australische Botschafter Dr. Peter James Shannon eine Rede.

Auslandsdiener des Jahres 2007


Heimat und Exil. Emigration der deutschen Juden nach 1933

Ein Bericht von Ralph Karg über die Wechselausstellung des Jüdischen Museums Berlin.



Raum der Reflexion

Zum fünfjährigen Jubiläum des Jüdischen Museums Berlin wurde am 28. September 2006 die Wechselausstellung "Heimat und Exil. Emigration der deutschen Juden nach 1933" eröffnet. Diese Wanderausstellung entstand in Zusammenarbeit mit dem Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland und wird nach Berlin noch im HdG in Bonn und im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig präsentiert.


Raum: Großbritannien


Prof. W. M. Blumenthal
Direktor des JMB
Zur feierlichen Eröffnung der Ausstellung kamen überwiegend geladene Gäste, darunter waren auch ehemalige Flüchtlinge, die aus Nazi-Deutschland vertrieben wurden. Sowohl die Ansprache von Prof. W. M. Blumenthal, Direktor des Jüdischen Museums Berlin, als auch die Rede des ehemaligen Israelischen Botschafters in Deutschland Avi Primor begeisterten die über 700 Gäste und gaben Anlass zum Nachdenken.

Die Planung der Ausstellung "Heimat und Exil" startete im Herbst 2004. Ich erlebte als Gedenkdiener die Endphase der Vorbereitung dieser großen Ausstellung. Ich hatte die Möglichkeit Museumserfahrung zu sammeln und erfuhr unzählige Informationen über die deutsch-jüdische Geschichte und den Holocaust.

Die Ausstellung "Heimat und Exil" beginnt mit der scheinbaren Normalität des Lebens der deutschen Juden zur Zeit der Weimarer Republik. Durch die Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 erfuhr das Leben der jüdischen Minderheit einen Bruch. Die Veränderungen des Alltags und die erzwungene Emigration in Nachbarländer wie Frankreich, Tschechien und die Niederlande wird in den folgenden Räumen beschrieben.

Im weiteren Ausstellungsverlauf werden wichtige Emigrationsziele, wie z.B. USA, Palästina England, Shanghai u.a.m. genauer präsentiert. Am Ende werden auch einige wenige Menschen vorgestellt, die nach dem Krieg wieder nach Deutschland zurückgekehrt sind.

Die Gedenkdienststelle im Jüdischen Museum Berlin ist meiner Meinung nach sehr zu empfehlen. Die Arbeit ist vielseitig und sehr interessant. Ich hatte stets die Möglichkeit mich in der Bibliothek und in den Archiven des Museums, einschließlich einer Dependance des Archivs des Leo Baeck Instituts in New York, ausführlich über die deutsch-jüdische Geschichte zu informieren.

Mein Vorgänger Stefan Angerer ist ein gutes Beispiel dafür, dass der Gedenkdienst unter Umständen zu einer interessanten Anstellung an einem bedeutenden Museum führen kann.



Exzellenz Avi Primor

Raum: "Juden in der Weimarer Republik"

Cilly Kugelmann Programmdirektorin JMB

Copyright Bilder: Jüdisches Museum Berlin 2006
Fotos: Sönke Tollkühn