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Die Gerechten Österreichs
SS-Spital
Anna Ehn - 1978
Die 13jährige Jüdin Ilona Friedman wurde 1944 mit ihrer
Familie mit einem Judentransport aus Ungarn in ein Lager nach Wien
überführt.
Als die Bombenangriffe der Alliierten auf Wien immer häufiger
wurden, setzte man nach solchen Angriffen Kinder aus dem Lager zu
Aufräumungsarbeiten in den Straßen und auf Friedhöfen
ein. Ilona und die Kinder des Lagers litten unter Hunger. Sie gingen
auf der Straße Passanten an und bettelten um Geld und Essen.
Eines Tages sprach Ilona eine junge Frau an, die gerade in eine
Kirche ging. Es war die Wienerin Anna Ehn. Sie erbarmte sich des
hungrigen Kindes und bot sofort Semmeln an. Sie versprach Ilona,
jeden Tag etwas zum Essen zu geben.
Als die ältere Schwester Ilonas bei einem Luftangriff schwer
verwundet wurde und in ein SS-Spital kam, bat sie Amia Ehn, ihre
Schwester vor der Verschickung in ein Todeslager zu retten. Anna
Ehn begab sich ins Spital und ersuchte die Ärzte, ihr das Mädchen
zur Pflege zu übergeben. Als ihr dies bewilligt wurde, überführte
sie das kranke Mädchen in ihre Wohnung und pflegte sie drei
Monate lang, bis sie wieder gesund wurde. Damit rettete sie ihr
Leben.
Die Gerechten Österreichs
Eine Dokumentation der Menschlichkeit
von Mosche Meisels
Umschlaggestaltung von
Arje Weiss (einer der Geretteten)
Herausgegeben von der Österreichischen Botschaft in Tel Aviv
1996, S. 30.
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