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Die Gerechten Österreichs
Wichtiges
Mitglied der NSDAP
Maria Schauer - 1982
Die Wienerin Maria Schauer versteckte in den Jahren 1942-1945
das jüdische Ehepaar Max und Johanna Arnold.
Max Arnold wohnte 1942 in Pressbaum bei Wien, als er von der Gestapo
den Auftrag bekam nach Wien zu übersiedeln und sich bei der
Israelitischen Kultusgemeinde zu melden. Da er wusste, dass eine
solche Meldung Verschickung in ein Lager bedeutete, beschloss er,
der Anordnung nicht zu befolgen. Er wurde hierauf in Pressbaum unter
dem Verdacht der Rassenschande verhaftet und in das Wiener Landesgericht
II eingeliefert, wo er sechs Wochen lang blieb. Nach seiner Freilassung
meldete er sich wieder nicht bei der Kultusgemeinde.
Er lernte seine spätere Frau Johanna kennen. Beide suchten
eine Unterkunft, um einer Verhaftung durch die Gestapo zu entgehen.
Durch einen Zufall trafen sie Maria Schauer, die sich bereit erklärte,
ihnen Unterschlupf zu gewähren. Sie hielt sie im Laufe von
drei Jahren in den Wintermonaten von September bis April versteckt,
da in den Sommermonaten in der Wohnung eine Frau wohnte, die ein
wichtiges Mitglied der NSDAP war. Sie hätte die beiden versteckten
Juden an die Gestapo verraten.
Maria Schauer versorgte Max und Johanna mit Nahrung und Kleidung
ohne eine Gegenleistung zu fordern. Einmal kam nach der Verdunkelung
ein Offizier der Gestapo in die Wohnung und rügte Maria, weil
bei ihr noch eine Lampe brannte. Als er sie fragte, ob noch wer
bei ihr wohne, erklärte sie mutig, dass außer ihr niemand
im Hause sei.
Einmal wurde das Wohnhaus von Frau Schauer bei einer Bombardierung
durch die Alliierten schwer beschädigt. Maria überführte
Max und Johanna in die Wohnung einer Freundin, wo sie bis zum Kriegsende
versteckt blieben und überleben konnten.
Die Gerechten Österreichs
Eine Dokumentation der Menschlichkeit
von Mosche Meisels
Umschlaggestaltung von
Arje Weiss (einer der Geretteten)
Herausgegeben von der Österreichischen Botschaft in Tel Aviv
1996, S. 78.
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