|
Die Gerechten Österreichs
Arischer
Bezirk
Dr. Ewald und Danuta
Kleisinger - 1966
Der Wiener Dr. Ewald Kleisinger diente nach der Besetzung
Polens als Offizier der Wehrmacht bei der Eisenbahnwache in Warschau.
Er wohnte im Haus seiner Braut und späteren Ehefrau Danuta
in der Krozegasse 41 im "arischen Bezirk" der Stadt. Der
in Polen gebürtige Jude Jusek Prezman befand sich 1942 mit
seiner Mutter Scheine im Ghetto Warschau. Die Mutter von Danuta
war vor dem Krieg eine Freundin von Scheine Prezman, Jusek ein Freund
Danutas.
Nach der Errichtung des Ghettos schmuggelte Danuta Lebensmittel
und Geld für die Familie Prezman in das Ghetto und gefährdete
damit ihr Leben. Vor dem Ghettoaufstand und seiner Zerstörung
im April 1943 flohen Jusek Prezman und sein Freund Josef Kormarzyn
mit Hilfe Danutas in den "arischen Teil" der Stadt. Danuta
versteckte sie mit Wissen und Einverständnis ihres Verlobten,
des Offiziers Ewald Kleisinger, drei Wochen lang in ihrer Wohnung.
Sie rettete auch die Mutter Juseks, Scheine Prezman.
Danuta war in der polnischen Untergrundbewegung tätig. Mit
deren Hilfe verschaffte sie Jusek Prezman und seinem Freund Josef
Kormazyn gefälschte Papiere. Ewald Kleisinger brachte ihnen
Erlaubnisscheine, damit sie als polnische Landarbeiter nach Wien
fahren könnten.
Kleisinger wies sie getarnt als polnische christliche Fremdarbeiter
an seine in Wien wohnenden Eltern. Die nahmen Prezman und Kormarzyn
wie Familienangehörige auf und halfen ihnen mit Geld, Lebensmitteln
und Kleidung bis zum Kriegsende.
Die Gerechten Österreichs
Eine Dokumentation der Menschlichkeit
von Mosche Meisels
Umschlaggestaltung von
Arje Weiss (einer der Geretteten)
Herausgegeben von der Österreichischen Botschaft in Tel Aviv
1996, S. 43.
|