Bericht(e) von Michael Grübl
August 2000 - Juli 2001

August 2000 - November 2000 | April 2001 - Juli 2001

Zeitliche Auslastung:
mind. 40 Stunden pro Woche

Tätigkeiten:

August 2000 - November 2000:
Mithilfe bei der Archivierung von Holocaust bezogenem Material um Nachforschungen externer Historiker zu vereinfachen.
Mitarbeit an der permanenten Ausstellung des Museums über die Ermordung unschuldiger Kinder, geistig Behinderter, Homosexueller, politischer Gefangener und 6 Millionen Juden.
Betreuung von Besuchern, Leitung von Führungen durch die Ausstellung des Museums über die Verfolgung der Juden im Dritten Reich.
Nachforschungen in den Signal Corps Archives, Washington D.C. um Photographien der Opfer des Nationalsozialismus zu klassifizieren und identifizieren.

Allgemeines:

Durch die grosszuegige Uebergabe eines Lagerhauses des Staates Virginia an das Virginia Holocaust Museum wurde es dem Museum ermoeglicht die permanente Ausstellung auszuweiten. Das Datum der Eroeffnung des neuen Gebaeudes im Zentrum Richmonds wird Mai 2002 sein. Da ich meinen Dienst mit September 2001 beende wird mein Nachfolger in der gluecklichen Lage sein der Eroeffnung beizuwohnen.

Recherchen:

Der Fokus meiner Arbeit liegt deshalb vor allem auf Recherchen in Zusammenhang mit der Ausweitung der permanenten Ausstellung des Museums und der Ergaenzung weiterer Ausstellungen. Diese Recherchen erfolgen zu eine grossen Teil online wobei ich Kontakte zu Museen und Archiven weltweit, insbesondere aber zu Einrichtungen hier in den USA, darunter die Signal Corps Archives in Washington und dem US Holocaust Museum,ebenfalls in Washington, pflege.

Arbeit im Archiv:

Das Archiv des Museums ist in eine Buecherei und ein Videoarchiv aufgesplittet. Eine meiner Hauptaufgaben ist eine Inventur des Videoarchives. Im Rahmen dieser Inventur, die in naher Zukunft eine Computerisierung des Inventars zum Ziel hat, ist es meine Aufgabe Originale von Interviews mit Befreiern und Ueberlebenden von Konzentrationslagern zu vervielfaeltigen. Bei der Vorbereitung dieser Interviews, die auf die jeweilige Situation des zu Interviewenden zugeschnitten sind, werde ich oft zu umfangreichen Hintergrundrecherchern, zum Beispiel welche Einheit wann welches Lager befreit hat, ob das Konzentrationslager bereits von der SS aufgegeben wurde, ob Bilder der Befreiung verfuegbar sind, herangezogen.

Das Museum ist in die erste Phase der ersten Bauphase in den neuen Raeumlichkeiten eingetreten. Momentan erstellen wir gerade ein Modell des neuen Museums. Im Rahmen dieser Taetigkeit arbeite ich gemeinsame mit der Direktorin des Archives und dem Kuenstler des Museums an diesem Modell.

Arbeit im neuen Gebaeude:

An Samstagen arbeite ich gemeinsam mit dem Direktor des Museums im neuen Gebaeude. Die Arbeit dort stellt momentan vorallem Vorbereitung des Gebaeudes dar. Im Maerz werden die Arbeiten an den Austellungen beginnen. Ich werde auch sporadisch zur Reinigung und Indexierung im Neuen Gebauede eingesetzt. Dabei habe ich vor allem mit Objekten zu tun die momentan aus Platzmangel noch nicht in der permanenten Ausstellung des Museums zu finden sind.

Betreung der Besucher:

Vor 2 Monaten hat die Schulsaison wieder begonnen. Das Museum hat etwa 1000 Besucher pro Monat, ein Grossteil davon Schueler und Studenten aus Richmond und Virginia. Diese Schulgruppen erhalten meist einen einstuendigen Vortrag eines lokalen Holocaust Ueberlebenden und touren danach das Musueum. Ich wurde im ersten Monat eingeschult um als Dozent fungieren zu koennen. Mittlerweile gebe ich beinahe jede Woche mehrere Touren fuer Schueler (ab 12 Jahren), Studenten und Erwachsene. Neben diesen etwa 90 minuetigen Touren fungiere ich als Portier indem ich Besucher die unangekuendigt erscheinen mit der Self Guided Tour (Minidisc-Walkman) vertraut mache und ihnen den Ablauf der Tour erklaere. Diese Tour umfasst etwa 60 Minuten, und es obliegt mir etwaige Fragen zu beantworten bzw Kontakte zu Befreiern, Ueberlebenden und ihrer Verwandten herzustellen. Manche dieser Menschen haben ein Leben lang nie ueber ihre Erfahrungen gesprochen und oeffnen sich das erste mal nach der bedrueckenden Tour des Museums.

Sonstiges:

Eine weitere Funktion die ich sporadisch uebernehme ist das Erstellen von Publikationen fuer das Museum. Ich uebernehme dabei vorallem dem gestalterischen und layouttechnischen Teil dieser Arbeit, eine Arbeit die hauptsaechlich am Computer erledigt wird.

Anmerkung:

Nach Aussagen mehrerer Mitarbeiter des Museums und des Direktors ist das Museum mit meiner Arbeit sehr zufrieden und hat deshalb schon kurz nach meinem Stellenantritt ein Ansuchen fuer einen Zweiten Gedenkdiener eingereicht. Das Museum hofft das Ansuchen positiv ausfaellt und der 2te Gedenkdiener alsbald seinen Dienst beginnen kann, eventuell bereits mit 1. Januar. Mr. Jay M Ipson, seines Zeichens Direktor des Museums, hat in meiner Gegenwart bereits mehrmals seinen Dank gegenueber der Republik Oesterreich ausgesprochen, teils sogar in Gespraechen mit einflussreichen Persoenlichkeiten, welche wiederum mir gegenueber ihre Bewunderung fuer diesen Dienst ausgedrueckt haben.


April 2001 - Juli 2001
Mithilfe bei der Archivierung von Holocaust bezogenem Material um Nachforschungen externer Historiker zu vereinfachen.
Mitarbeit an der permanenten Ausstellung des Museums über die Ermordung unschuldiger Kinder, geistig Behinderter, Homosexueller, politischer Gefangener und 6 Millionen Juden.
Betreuung von Besuchern, Leitung von Führungen durch die Ausstellung des Museums über die Verfolgung der Juden im Dritten Reich.
Nachforschungen in den Signal Corps Archives, Washington D.C. um Photographien der Opfer des Nationalsozialismus zu klassifizieren und identifizieren.

Meine Taetigkeiten sind im grossen und ganzen unveraendert geblieben. In den ersten 2 Monaten des Berichtszeitraums war es meine Hauptaufgabe den grossen Schuelergruppen bei ihren Touren zu assistieren.

Touren:

Tourgruppen durch das Museum zu fuehren bleibt weiterhin eine meiner staendigen Aufgaben. Da ich in den vorangegangenen Berichten darauf bereits eingegangen bin werde ich in diesem Bericht von den Details absehen.

Recherchen:

Durch die Anschaffung besserer Ausruestung und Technik ist es mir moeglich geworden das Digitalisieren von Bildern und Inhalten ohne uebermaessige Wartezeiten voranzutreiben. Neben den Recherchen im Internet und im Museumarchiv verbringe ich weiterhin einen betraechtlichen Teil meiner Zeit damit Kontakt mit Museen und Archiven weltweit aufzunehmen bzw. sicherzustellen das unsere Helfer vorort ueber die notwendigen Informationen und Papiere (Briefe vom Museum die sie ausweisen usw) verfuegen.

Arbeit im Archiv:

Meine Arbeit im Archiv beschraenkt sich mittlerweile auf Reinigungsarbeiten und die Uebersetzung von deutschen Texten. Durch die „alte" deutsche Schreibweise bedingt bin ich der einzige der diese Texte uebersetzen kann.

Arbeit im neuen Gebaeude:

In den letzten Monaten habe ich meine regelmaessige Wochenendarbeit mit den freiwilligen Helfern fortgesetzt. Mittlerweile haben auch die Handwerker mit ihrer Arbeit begonnen, meine Aufgabe besteht tlw. daraus diesen bei simplen Taetigkeiten zur Hand zu gehen. In den letzten Monaten waren das vorallem Reinigungsarbeiten (Waende, Boden, Decke). Der Grossteil dieser Arbeiten wird unter meiner Aufsicht und Mitarbeit von anderen Freiwilligen erledigt.

Betreuung der Besucher:

Wie bereits im letzten Bericht erwaehnt setze ich die Betreuung der Besucher fort. Dies trifft vor allem auf den walk-in Traffic zu, und weniger auf das Touren von Besuchergruppen, welche in den letzten Monaten verstaerkt ins das Museum kommen.