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Zeitliche Auslastung:
42 Stunden pro Woche
Tätigkeiten:
August 2001 - November 2001:
Neben einigen Projekten zur Hilfe von Flüchtlingen (in denen ich nicht eingesetzt werde) ist die Sozialabteilung vor allem in der Betreuung von älteren Gemeindemitgliedern tätig. Bei den meisten betreuten Menschen handelt es sich um Opfer des Nationalsozialismus, die entweder gezwungen waren zu flüchten, sich zu dieser Zeit versteckt hielten oder in Konzentrationslager deportiert wurden. Die Altenbetreuung ist auch mein Tätigkeitsfeld, und bei einer Wochenarbeitszeit von 42 Stunden verrichte ich folgende Arbeiten:
Zustellung von koscherem Essen
Hausbesuche bei älteren Mitgliedern der Jüdischen Gemeinde um aufzuräumen und sauber zu machen oder um einzukaufen und verschiedene andere Erledigungen zu tätigen
Begleitung älterer Gemeindemitglieder zu sozialen Veranstaltungen
Krankenbesuche bei hospitalisierenden Gemeindemitgliedern
Die Sozialabteilung hat ihren Sitz im Jüdischen Rathaus, und dort findet auch jeden Montag Morgen die wöchentliche Dienstbesprechung statt. Mein unmittelbarer Mitarbeiterkreis stellt sich aus dem Büropersonal, das sich um das Organisatorische kümmert, zwei Psychotherapeutinnen, die sowohl Telefonseelsorge betreiben, als auch Hausbesuche machen und um Rat gefragt werden können wenn es Probleme oder Konflikte mit den eigenen Klienten gibt, weiters aus einer Ergotherapeutin sowie aus drei tschechischen Zivildienern, einem deutschen Auslandsdiener, einer deutschen freiwilligen Helferin (beide Deutschen wurden von "Aktion Sühnezeichen" entsandt) und neben mir aus zwei weiteren österreichischen Auslandsdienern zusammen.
Zustellung von koscherem Essen
Zur Mittagszeit ist montags bis freitags stets koscheres Essen an Gemeindemitglieder auszutragen, die nicht mehr in der Lage sind selbst zu kochen. Ich hole die Mittagessen im "Domov Senioru Charles Jordan", einem Jüdischen Altersheim, das nach einem Vorsitzenden der Jewish Joint Distribution, der in den 60iger Jahren in Prag ermordet wurde, benannt ist, ab. Dann bringe ich die Essen mittels öffentlicher Verkehrsmittel in verschiedene Prager Bezirke. Man soll sich das Essenaustragen nicht als bloße Zustelltätigkeit vorstellen. Mit vielen Leuten, die von mir Essen bekommen, habe ich mittlerweile ein sehr gutes Verhältnis. Beide Seiten sind froh sich regelmäßig zu sehen um ein kurzes Gespräch führen zu können. Es kann vorkommen, dass Gemeindemitglieder, die absolut koscher leben, auch während eines Krankenhaus-aufenthaltes Mittagessen aus dem Domov bekommen. So fand sich in den letzten beiden Novemberwochen auch ein Krankenhaus auf meiner täglichen Runde.
Hausbesuche und Begleitungen
Die Vor- und Nachmittage sind jeweils Hausbesuchen bei alten Gemeindemitgliedern vorbehalten. Diese sollen den betreffenden Menschen ermöglichen weiterhin in ihrer eigenen Wohnung zu leben, auch wenn sie gesundheitlich beeinträchtigt sind.
Zur Zeit kümmere ich mich um ein fixes Klientel von 5 Personen. Die meisten von ihnen besuche ich mehrmals pro Woche.
Frau Ka. hat bis vor kurzem alle ihre Besorgungen noch per Fahrrad erledigen können. Dabei erlitt sie jedoch einen Unfall, nach dem sie sich nur noch eingeschränkt bewegen kann. Deshalb helfe ich ihr vor allem beim Tragen schwerer Gegenstände, und dabei die Wohnung sauber zu halten.
ähnliche Arbeiten verrichte ich bei Frau Sk. und Frau Ei. Beide sind körperlich beeinträchtigt, und so putze ich die Wohnungen und erledige Behördengänge für sie. Frau Ei. braucht auf Grund ihrer Krankheit oft Medikamente, und so schickt sie mich mit den Rezepten in die Apotheke.
Frau Fo. hat eine kaputte Hüfte, die eigentlich operiert werden müsste. Eine Operation ist aber wegen ihrer Herzprobleme nicht durchführbar. Für sie gehe ich einkaufen, ebenso sauge ich Staub, wische die Böden und putze das Badezimmer. Frau Fo. hat auf Grund ihres gesundheitlichen Zustandes oft Termine bei ärzten. Je nach Verfügbarkeit wird sie dorthin entweder von mir oder einem anderen Mitarbeiter begleitet. Am Todestag ihrer Schwester hat sie trotz großer Schmerzen den Weg zum Friedhof auf sich genommen. So gut es ging habe ich sie beim Gehen unterstützt.
Am meisten muss ich mich um Herrn Ko. kümmern. Er ist über 90 Jahre alt und sowohl körperlich als auch geistig ist sein Zustand sehr schlecht. Ich helfe ihm im Haushalt und gehe für ihn einkaufen. Ein großes Problem ist, dass er sehr stolz ist und Hilfe, die er eigentlich überaus dringend benötigt, nur sehr widerwillig annimmt. Ausserdem hat er kaum noch Zeitgefühl, was es schwierig macht Termine zu vereinbaren.
Des öfteren kann es vorkommen, dass ich Arbeiten von anderen Mitarbeitern übernehmen muss, wenn es etwa Terminkollisionen gibt, jemand erkrankt ist oder Urlaub hat. In den Sommermonaten habe ich auch kleinere Spaziergänge mit Bewohner des Altersheim, die auf den Rollstuhl angewiesen sind, unternommen.
Krankenbesuche
Sollte einer meiner Klienten sich stationär im Krankenhaus befinden, so habe ich den Kontakt aufrecht zu erhalten, ihn zu besuchen, Erledigungen zu tätigen und nachzusehen ob sonst alles in Ordnung ist. Zum Glück war das bis jetzt noch nicht der Fall.
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