Bericht(e) von Dominik Zotti
Dezember 1999 - Mai 2000

Dezember 1999 | Januar 2000 | Februar 2000 | März 2000 | April 2000 | Mai 2000

Zeitliche Auslastung:
40 Stunden pro Woche; davon 3 Tage à 8 Std. in der Bibliothek des Simon Wiesenthal Center, 1 Tag à 8 Std. im Museum of Tolerance , 1 Tag à 8 Std. im Multimedia Learning Center.

Tätigkeiten:

Dezember 1999:
Nach der umfassenden Einschulung in den ersten fuenf Wochen nach meinem Dienstantritt, ist es mir nun moeglich in allen Bereichen, die fuer meinen Dienst vorgesehen sind, zu arbeiten.

Einen der interessantesten Aspekte meiner Arbeit ist es, den als Tour Guide Museumsbesucher als Tour Guide,ueber eine 3 Stuendige Fuehrung hinweg, eine moeglichst lehrreiche und intensive Erfahrung zu ermoeglichen. Das Museum spricht eigentlich fuer sich selbst. Eine einstuendige Multimediale Tour, gibt den Besucher eine Einblick in die Geschichte des Holocaust, und ist gleichzeitig lehrreich wie bewegend.

Der Toleranz - Bereich des Museums, gibt den Besuchern nun zu verstehen wie wichtig es ist, die Lektionen der Vergangenheit zu erlernen, das ethnische Saeuberungen nicht nur Geschichte sonder auch noch heute sehr praesent sind, und wie wichtig es ist, das jeder seinen eigenen Teil dazu bei traegt, dass sich die Geschichte in keiner Form wiederholt.

Als Tour Guide ist es nun meine Aufgabe, die Erfahrund der Besucher so intensiv wie moeglich zu machen, einerseits durch den Versuch einer interaktiven Fuerung, und andererseits durch, die Tour ergaenzende Information, den Besucher noch mehr einzubinden und zu fesseln.

Die ist vor allem bei den Touren fuer Schueler eine der wichtigsten Aufgaben, und die meisten Besucher verbuinden dadurch das mUseum mit einer ausserordentlichen Erfahrung.

Im Multimedia Learning Center habe ich nun die Freude, sowohl Museumsbesucher Fuehrungen zu geben, als auch an den speziellen Programmen fuer Kinder und gefaehrdete Juegendliche Teilzunehem.

In beiden Bereichen ist es mir moeglich, als Oesterreicher dem ganzen eine besondere Note zu geben - z.B. durch deutschsprachige Fuerungen oder die Betreung deutschsprachiger Gaeste.

Die Arbeit in den Archiven des Centers besteht groestenteils aus der Bearbeitung von Ansuchen diverserer Organisationen, wie Filmgesellschaf6ten, Museen oder Universitaeten. Die Bereitstellung der gewuenschten Materialen, wie z.B. Photos, Briefe, Dokumente oder Hintergrund information ist dabei die Hauptaufgabe. In diesem Monat war eines der Projekte, geeignetse Bildmaterial sowie Informationen aus der Anne Frank Kollektion des Centers fuer eine Austellung in einem anderen Museum bereitzustellen.

Januar 2000:

Nachdem ich nun voll in den Arbeitsbetrieb der drei Bereiche eingegliedert bin, sind die Hauptaufgaben meines Dienstes relativ stark definiert. Jeweils ein mal pro Woche gebe ich weiterhin drei stuendige Touren im Museum of Tolerance.

Einmal pro Woche arbeite ich im Multimedia Learning Center. Die Hauptaufgabe hierbei ist es, sowohl Schulklassen wie auch regulaere Museumsbesucher eine kurze Fuehrung durch diesen Teil des Museums zu geben, sie mit der Bedienung der etwa 30 Computerstations vertraut zu machen, sowie Ihnen die diversen Austellungsstuecke naeher zu bringen und Ihnen deren jeweilige Geschichte zu erzaehlen. Die meisten dieser Austellungsstuecke sind Gebrauchsgegenstaende aus der Zeit des Holocaust. Die ganze Pallette reicht jedoch von SS - Uniformen bis zu einem Schaukasten ueber die Person und das Leben Simon Wiesenthals.
Die 30 Computerstations erlauben es dem Besucher, ueber die Geschichte des Holocaust durch Video, Audio und Textmaterialien zu erlernen und auch durch einen Index genauere Informationen aus der Datenbank des Centers zu bekommen. Auch das Abspielen von Personal Testimonies von Holocaust Ueberlebenden ist moeglich.
Ebenfalls regelmaessig sind die Vortraege von Holocaust Ueberlebenden, die auf diesem Stock stattfinden und an deren Vorbereitung ich beteiligt bin.
Ich werde auch weiterhin in zwei stuendige Fuehrungen fuer juengere Schulkinder (6 bis 10 Jahre) eingeschult, fuer die, aufgrund des Alters, ein regulaerer Museumsbesuch nicht angebracht waere.

In der Bibliothek war ich abgesehen von der Mithilfe am regulaeren Bibliotheksbetrieb, unter anderem bei der Uebersetzung vieler deutschsprachiger Dokumente beteiligt. Auch die Identifizierung von Fotografien war auch eines der sehr interessanten Aufgabengenbiete, Die Archiv Arbeit bestand wie ueblich aus der Bereitstellung diverser Materialien sowie bei der Mithilfe von Recherchen. Lange Zeit war ich hierbei an der Identifizierung von Personen auf Fotografien beschaeftigt, die fuer das United States Holocaust Memorial Museum bereitgestellt wurden.

Urlaub:
24. Jaenner bis 28. Jaenner

Februar 2000:

1. Library of the Simon Wiesenthal Center:
Neben der Mithilfe in der Bibliothek, deren Sammlung vor allem aus Holocaust Literatur besteht, bin ich weiterhin an der Uebersetzung deutschsprachiger Dokumente beteiligt. Weiters war es meine Aufgabe, diverse deutsprachige Stellen anzuschreiben, um Informationen ueber eine Fotosammlung aus der Zeit des Holocaust zu bekommen. Das Zusammenstellen einer Bibliographie ueber Frauen in der Zeit des Holocaust war ebenfalls eines meiner Aufgabengebiete, sowie Recherchen ueber diverse Themen wie z.B eine deutsche Widerstandsgruppe.


2. Archives of the Simon Wiesenthal Center:
Ich habe in diesem Dienstzeitraum meine Arbeit fuer die Bearbeitung der Anfrage des U.S. Holocaust Memorial Museum in Washingtin D.C. fertigstellen koennen. Hierbei ging es vor allem um die Identifizierung von Personen aus ausgesuchten Fotos aus der umfanfgreichen Fotosammlung des SWC. Hierbei waren mir vor allem die Unterlagen aus den Archiven eine grosse Hilfe und so konnte ich das Projekt rechtzeitig und fuer alle Seiten zufriedenstellend beenden. Nach der Identifizierung war es noch wichtig, die Unterlagen und weitere Informationen zu den einzelen Fotos zu finden, um dann saemtliches Material inkl. Kopien der Fotos dem USHMM bentuzungsfreundlich bereitzustellen. In dieser Art und Weise habe ich an die 100 Fotos (davon teilweise Portraits-, teilweise Gruppenfotos), die alle in der Zeit des Holocaust aufgenommen wurden, bearbeitet.


3. Museum of Tolerance:
Ich gebe in diesem Bereich des Centers weiterhin 3 stuendige Touren hauptsaechlich fuer Schulklassen. Die Betreung der Museumsbesucher gehoert ebenfalls zu meinen Aufgaben. Bei Bedarf gebe ich auch deutschsprachige Touren.


4. Multimedia Learnig Center:
Hier ist es vor allem weiterhin meine Aufgabe die Schulklassen, die das Museum besuchen, zu uebernehmen und Ihnen eine Fuehrung durch den zweiten Stock zu geben. Abgesehen davon uebernehme ich jetzt regelmaessig eine Tour im Rahmen des zweistuendigen "Steps to Tolerance" Programs, das fuer Volkschulkinder designed ist und Ihnen die Geschichte des Holocaust erstmals naher bringt. Weiters assistiere ich auch bei den regelmaessigen Vortraegen von Holocaust Ueberlebenden und bin auch fuer die Betreung der sonstigen Besucher verantwortlich.

März 2000:

1. Library of the Simon Wiesenthal Center:
Neben der Mithilfe bei Uebersetzungen diverser Dokumente aus der Zeit des Holocaust, ist es auch weiterhin meine Aufgabe, bei der Katagolisierung diverser Fotographien behilflich zu sein. Ich moechte dabei besonders hervorheben, welche Freude es mir ist, in der Bibliothek des SWC zu arbeiten, die im Maerz den "National Arward for Library Service" verliehen bekam.


2. Archives of the Simon Wiesenthal Center:
Es ist auch hier weiterhin meine Aufgabe Fotographien aus der Zeit des Holocaust zu bearbeiten. Diesmal eine Fotosammlung, die uns von einem Archiv aus Polen zur Verfuegung gestellt wurde. Es war vor allem wichtig, die auf den Fotos abgebildeten Personen zu identifizieren. Kopien der Fotos wurden dazu wieder zurueck nach Polen geschickt, um mehr Informationen zu bekommen. Ausserdem war ich an der Vorbereitung einer Austellung beteiligt, die in Kuerze im Museum zu sehen sein wird. Die Austellung zeigt Fotos von 26 Holocaust Ueberlebenden, deren Lebensgeschichte kurz aber sehr einpraegsam dargelegt wird.


3. Museum of Tolerance:
Es ist derzeit Hochbetrieb im Museum, und es werden taeglich ueber 1200 Besucher erwartet. Ich gebe weiterhin drei stuendige Touren hauptsaechlich fuer Schulklassen und die Betreung der Museumsbesucher gehoert auch zu meinen Aufgaben. Ich mochte hervorheben, dass es uns im Maerz eine besondere Freude war, dem deutschen Generalkonsul und 10 seiner Mitarbeiter, als Tour Guide zur Verfuegung stehen zu koennen. Weiters war es uns eine ausserordentliche Ehre und Freude, auch den oesterreichischen Generalkonsul Mag. Werner Brandstetter und Konsul Mag. Guenther in Begleitung des oesterreichischen Kulurattachets, am 4. April im Museum willkommen heissen zu koennen, und Ihnen eine Tour durch das Museum zu geben.


4. Multimedia Learning Center:
Es ist mir hier weiters ein Vergnuegen, neben dem ueblichen Aufgabengebiet als Tourguide die Moeglichkeit zu haben, Volkschueler im Rahmen einer eigenen Tour durch das Museum, den Holocaust oft erstmals naeher bringen zu koennen, um Ihnen in diesem Zusammenhang mehr Toleranz und Verstaendnis zu lehren.

April 2000:

1. Library of the Simon Wiesenthal Center:
Derzeit ist die Überarbeitung der Katalogisierung der Bibliotheksbestaende des SWC, bei der alle drei Gedenkdiener beteiligt sind, einer meiner Hauptbeschaeftigungen in der Bibliothek. Weiters bin ich natuerlich auch bei diversen Uebersetzungen behilflich.


2. Archives of the Simon Wiesenthal Center:
Die Fertigstellung der Austellung, die ich bereits in meinem letzten Bericht erwaehnte, war eines meiner Aufgabengebiete. Die Austellung bekam den Namen "The Legacy Project" und war bis vor kurzem im Museum zu sehen.


3. Museum of Tolerance:
Im Museum ist es wie ueblich meine Aufgabe, die dreistuendigen Touren fuer Schulkinder sowie Studenten zu gestalten, sowie bei der Aufrechterhaltung des normalen Museumsbetriebes behilflich zu sein.


4. Multimedia Learning Center:
Die Hilfe beim "Steps to Tolerance" Program (dieses Program ist fuer Volkschueler entwickelt worden, um Ihnen durch das Lernen ueber den Holocaust eine besseres Toleranzverstaednis beizubringen), ist hier weiterhin meine Aufgabe, sowie das geben von Touren durch diesen Teil des Museum und die Mithilfe bei "Survivor lectures".


Besonders hervorheben wuerde ich gerne unsere Assistenz bei der Vorbereitug sowie unsere Teilnahme bei den folgenden Veranstaltungen:
- Am Sonntag dem 30. April fand anlaesslich des Holocaust Remembrance Day (Yom Hashoah) auf dem Memorial Plaza des Museum eine ca. zweistuendige Zeremonie statt, bei der zahlreiche Gastredner und Besucher, den Opfern und Ueberlebenden des Holocaust gedachten.
- Am Sonntag dem 7. Mai war es uns eine Freude nach der Mithilfe bei den Vorbereitungen, auch bei der eigentlichen Veranstaltung im Rahmen des "Arts and Lecture" Programmes behilflich zu sein. Die Kinderbuch Authorin Susan Goldman Rubin stellte Ihr neuerschienenes Buch "Fireflies in the Dark - the children of Terezin" im Museum vor. Das Buch steht im engen Zusammenhang mit dem Leben der oesterreichischen Kuenstlerin Friedl Dicker-Brandeis, die im Holocaust Ihr Leben verlor.

Mai 2000:

1. Library & Archives of the Simon Wiesenthal Center:
Uebersetzungsarbeiten sowie die Mithilfe bei der Identifizierung von Archivmaterial waren dieses Monat in erster Linie meine Aufgabengebiete. Ich war abgesehen davon oefters im Rahmen des ordentlichen Bibliothekbetriebes taetig. Zur Beantwortung von Anfragen bezueglicher Holocaustbezogener Literatur wurde ich auch oefters herangezogen.


2. Museum of Tolerance:
Da derzeit Hochbetrieb im Museum ist, gebe ich meistens zwei mal am Tag dreistuendige Touren fuer Schul- und Collageklassen. Nebenbei bin ich auch bei der Betreung der regulaeren Besucher behilflich.


3. Multimedia Learning Center:
Im MLC ist es wie immer meine Aufgabe, die Volksschulkinder, die das Museum im Rahmen des Steps to Tolerance Programms besuchen, zu betreuen. Weiters finden regelmaessig Vortraege von Holocaust Ueberlebenden statt, bei deren Vorbereitung ich behilflich bin. Und auch fuer die Betreung der das Museum besuchenden Schulklassen, sowie der regulaeren Besucher, bin ich zustaendig.


Allgemeines:
- Die Überprüfung der Bibliotheksbestände des SWC war weiterhin meine Aufgabe.
- Auch in dieser Berichtsperiode lag die Besucherzahl des Museums augfrund der derzeitigen Hochsaison taeglich ueber 1000. Aus diesem Grund, wurden wir Gedenkdiener oefters fuer die Betreung von Gruppen herangezogen.