Bericht(e) von Philipp Hochhauser
Februar 2001 - Mai 2001

Februar 2001 - Mai 2001

Zeitliche Auslastung:
Die wöchentliche Auslastung des Gedenkdieners Philipp Hochhauser beträgt 40 Stunden, seine täglichen Arbeitszeiten sind von 9:00 bis 18:00 Uhr, inklusive einer Stunde Mittagspause.

Tätigkeiten:

Februar 2001 - Mai 2001:

1. Februar 2001 bis 28. Februar 2000
Hauptaufgabe des Gedenkdieners im fünften Monat seines Dienstes in der Survivors of the Shoah Visual History Foundation (in Folge kurz: Foundation) war weiterhin die Eingabe von Datenmaterial in die Computerdatenbank.
Die Vorgangsweise war wie folgt:
Alle persönlichen Daten über sämtliche durch die Foundation interviewte Personen sind im Computersystem gespeichert. Der Gedenkdiener musste also diese Angaben, die zumeist vom Holocaustüberlebenden selbst stammen, von der allgemeinen Datenbank in ein digitales Karteisystem übertragen, bei Unklarheiten Nachforschungen anstellen und eventuell Korrekturen anbringen. Danach las er sich den durch den Interviewer ausgefüllten Fragebogen und die dazugehörige Inhaltsangabe durch und entschied, welche Angaben nützlich und brauchbar genug sind, um ebenfalls in die Kartei eingetragen zu werden, wo sie dann als Hauptkriterium für die Auswahl von Interviews für bestimmte Forschungsprojekte und Dokumentarfilme gebraucht werden.
Eine weitere Aufgabe des Gedenkdieners war die Fortsetzung seiner Mitarbeit an der Erstellung einer Suchmaschine für den Endbenutzer. Wie bereits im vorhergehenden Bericht erklärt, soll sie z.B. Historikern, die mithilfe der katalogisierten Interviews der Foundation Recherche betreiben wollen, als Mittel dienen, aus den ueber 50.000 Interviews des Archivs nur jene Segmente heraussuchen zu können, die die für sie interessanten Informationen enthalten. Dazu ist es nötig, einen präzisen und möglichst fehlerlosen Fragebogen zu erstellen, der alle eventuellen Interessensgebiete und wichtigen Aspekte des Holocausts abdeckt, um dem Benutzer die Möglichkeit zu bieten, sehr individuell zu arbeiten, ohne das Programm jedoch zu unübersichtlich werden zu lassen. Der Gedenkdiener hatte im November begonnen, eine Liste mit Fragen und den dazugehörigen Schlüsselwörtern zu erstellen, nun folgten Ergänzungen und Korrekturen.
Neben der Erledigung dieser Aufgaben, arbeitete der Gedenkdiener auch ständig sehr eng mit den beiden Katalogisierungsabteilungen zusammen und assistierte bei der Übersetzung deutschsprachiger Interviews sowie bei der Rechtschreibung deutscher Namen und Ortsbezeichnungen. In Zusammenarbeit mit der geographischen Forschungsabteilung half er die Lage gewisser, von interviewten Holocaustüberlebenden erwähnte Orte und Gebiete zu verifizieren, vor allem in Österreich, aber auch in Deutschland und dem Rest Europas.

1. März 2001 bis 30. März 2001
Der Gedenkdiener setzte seine oben beschriebene Arbeit an der Datenbank fort. Dazu kam die Aufgabe, im Auftrag eines deutschen Instituts mit Hilfe einiger persönlicher Daten Nachforschungen über das Schicksal und den Verbleib bestimmter während des Holocausts verschollener Einzelpersonen anzustellen.
Außerdem assistierte er bei der Umsiedelung mehrerer Büros und des Videolagers, auch half er mehrere Tage lang, die im Hauptlager befindlichen Dokumente auszusortieren und diejenigen Unterlagen, deren Daten noch nicht auf die digitale Datenbank übertragen worden waren, zu ordnen.

2. April 2001 bis 20. April 2001
Anfang April konnte der Gedenkdiener seine Arbeit an der Datenbank der Foundation beenden, nachdem er die Daten und Inhaltsangaben von ca. 5.000 Interviews eingetragen, korrigiert und katalogisiert hatte. Anschließend sortierte er die verwendeten Formulare nach Art des Dokuments und alphabetisch. Zum Abschluss verfasste er einen Bericht, in dem er seine Vorgangsweise erläuterte und die Auswahlkriterien beschrieb, mit deren Hilfe er bestimmte Teile der durch die Interviewer verfassten Inhaltsangaben und ausgefüllten Fragebögen als brauchbar bewertete und andere als nutzlos disqualifizierte.

23. April 2001 bis 30. Mai 2001
Während der Gedenkdiener weiterhin in enger Zusammenarbeit mit der Katalogisierungs- sowie der geographischen Forschungsabteilung verblieb, wurde er nun auch der Büchereileitung als Assistent zugeteilt.
Seine erste Aufgabe wurde es, einen neuen Büchereiraum einzurichten, wohin nun ein Großteil der sich im Besitz der Foundation befindlichen Bücher verlagert wurde, die bis dahin in einem separaten Lager in Kisten verstaut gewesen waren. Danach sortierte der Gedenkdiener sämtliche Bücher und Akten der alten und neuen Bücherei alphabetisch und nach Themenbereichen, um die Nachforschungsarbeit für die Foundationmitarbeiter zu erleichtern. Schließlich wurde ein digitales Karteisystem erstellt, und es wurde die Hauptaufgabe des Gedenkdieners, mit Hilfe dieser Kartei den gesamten Inhalt der Foundationbücherei zu katalogisieren.
Zusätzlich wurde der Gedenkdiener Anfang Mai in ein Projekt miteinbezogen, die Entwicklung der administrativen Bezirke Österreichs seit 1900 zu dokumentieren und eine genaue Liste ihrer zugehörigen Konzentrations- und Arbeitslager zu erstellen. Zu seinen Aufgaben zählte die Durchsicht von Büchern und Dokumenten, zumeist aus dem Archiv der UCLA, das Kopieren von brauchbaren Texten und die Übersetzung deutschsprachigen Materials. Außerdem führte der Gedenkdiener Protokoll über den Verlauf des Projekts und verfasste englische Inhaltsangaben brauchbarer, deutschsprachiger Texte.