1. Februar 2001 bis 28. Februar
2000
Hauptaufgabe des Gedenkdieners im fünften Monat seines
Dienstes in der Survivors of the Shoah Visual History Foundation
(in Folge kurz: Foundation) war weiterhin die Eingabe von
Datenmaterial in die Computerdatenbank.
Die Vorgangsweise war wie folgt:
Alle persönlichen Daten über sämtliche durch
die Foundation interviewte Personen sind im Computersystem
gespeichert. Der Gedenkdiener musste also diese Angaben,
die zumeist vom Holocaustüberlebenden selbst stammen,
von der allgemeinen Datenbank in ein digitales Karteisystem
übertragen, bei Unklarheiten Nachforschungen anstellen
und eventuell Korrekturen anbringen. Danach las er sich
den durch den Interviewer ausgefüllten Fragebogen und
die dazugehörige Inhaltsangabe durch und entschied,
welche Angaben nützlich und brauchbar genug sind, um
ebenfalls in die Kartei eingetragen zu werden, wo sie dann
als Hauptkriterium für die Auswahl von Interviews für
bestimmte Forschungsprojekte und Dokumentarfilme gebraucht
werden.
Eine weitere Aufgabe des Gedenkdieners war die Fortsetzung
seiner Mitarbeit an der Erstellung einer Suchmaschine für
den Endbenutzer. Wie bereits im vorhergehenden Bericht erklärt,
soll sie z.B. Historikern, die mithilfe der katalogisierten
Interviews der Foundation Recherche betreiben wollen, als
Mittel dienen, aus den ueber 50.000 Interviews des Archivs
nur jene Segmente heraussuchen zu können, die die für
sie interessanten Informationen enthalten. Dazu ist es nötig,
einen präzisen und möglichst fehlerlosen Fragebogen
zu erstellen, der alle eventuellen Interessensgebiete und
wichtigen Aspekte des Holocausts abdeckt, um dem Benutzer
die Möglichkeit zu bieten, sehr individuell zu arbeiten,
ohne das Programm jedoch zu unübersichtlich werden
zu lassen. Der Gedenkdiener hatte im November begonnen,
eine Liste mit Fragen und den dazugehörigen Schlüsselwörtern
zu erstellen, nun folgten Ergänzungen und Korrekturen.
Neben der Erledigung dieser Aufgaben, arbeitete der Gedenkdiener
auch ständig sehr eng mit den beiden Katalogisierungsabteilungen
zusammen und assistierte bei der Übersetzung deutschsprachiger
Interviews sowie bei der Rechtschreibung deutscher Namen
und Ortsbezeichnungen. In Zusammenarbeit mit der geographischen
Forschungsabteilung half er die Lage gewisser, von interviewten
Holocaustüberlebenden erwähnte Orte und Gebiete
zu verifizieren, vor allem in Österreich, aber auch
in Deutschland und dem Rest Europas.
1. März 2001 bis 30. März
2001
Der Gedenkdiener setzte seine oben beschriebene Arbeit an
der Datenbank fort. Dazu kam die Aufgabe, im Auftrag eines
deutschen Instituts mit Hilfe einiger persönlicher
Daten Nachforschungen über das Schicksal und den Verbleib
bestimmter während des Holocausts verschollener Einzelpersonen
anzustellen.
Außerdem assistierte er bei der Umsiedelung mehrerer
Büros und des Videolagers, auch half er mehrere Tage
lang, die im Hauptlager befindlichen Dokumente auszusortieren
und diejenigen Unterlagen, deren Daten noch nicht auf die
digitale Datenbank übertragen worden waren, zu ordnen.
2. April 2001 bis 20. April 2001
Anfang April konnte der Gedenkdiener seine Arbeit an der
Datenbank der Foundation beenden, nachdem er die Daten und
Inhaltsangaben von ca. 5.000 Interviews eingetragen, korrigiert
und katalogisiert hatte. Anschließend sortierte er
die verwendeten Formulare nach Art des Dokuments und alphabetisch.
Zum Abschluss verfasste er einen Bericht, in dem er seine
Vorgangsweise erläuterte und die Auswahlkriterien beschrieb,
mit deren Hilfe er bestimmte Teile der durch die Interviewer
verfassten Inhaltsangaben und ausgefüllten Fragebögen
als brauchbar bewertete und andere als nutzlos disqualifizierte.
23. April 2001 bis 30. Mai 2001
Während der Gedenkdiener weiterhin in enger Zusammenarbeit
mit der Katalogisierungs- sowie der geographischen Forschungsabteilung
verblieb, wurde er nun auch der Büchereileitung als
Assistent zugeteilt.
Seine erste Aufgabe wurde es, einen neuen Büchereiraum
einzurichten, wohin nun ein Großteil der sich im Besitz
der Foundation befindlichen Bücher verlagert wurde,
die bis dahin in einem separaten Lager in Kisten verstaut
gewesen waren. Danach sortierte der Gedenkdiener sämtliche
Bücher und Akten der alten und neuen Bücherei
alphabetisch und nach Themenbereichen, um die Nachforschungsarbeit
für die Foundationmitarbeiter zu erleichtern. Schließlich
wurde ein digitales Karteisystem erstellt, und es wurde
die Hauptaufgabe des Gedenkdieners, mit Hilfe dieser Kartei
den gesamten Inhalt der Foundationbücherei zu katalogisieren.
Zusätzlich wurde der Gedenkdiener Anfang Mai in ein
Projekt miteinbezogen, die Entwicklung der administrativen
Bezirke Österreichs seit 1900 zu dokumentieren und
eine genaue Liste ihrer zugehörigen Konzentrations-
und Arbeitslager zu erstellen. Zu seinen Aufgaben zählte
die Durchsicht von Büchern und Dokumenten, zumeist
aus dem Archiv der UCLA, das Kopieren von brauchbaren Texten
und die Übersetzung deutschsprachigen Materials. Außerdem
führte der Gedenkdiener Protokoll über den Verlauf
des Projekts und verfasste englische Inhaltsangaben brauchbarer,
deutschsprachiger Texte.