Bericht(e) von Reinhard Hannesschläger
Juni 1999 - September 2000

Juni 1999 - September 1999 | Juli 2000 - September 2000

Zeitliche Auslastung:
Die woechentliche Arbeitszeit betraegt 40 Stunden.

Tätigkeiten:

Juni 1999 - September 1999:

5. Juli 1999 bis 13. Juli 1999
Einschulung für die Dateneingabe von Vor-Interview-Fragebögen (im Original Pre-Interview-Questionnaires, kurz PIQs) in die Datenbank der Shoah Foundation. Der Gedenkdiener arbeitete dabei unter direkter und permanenter Betreuung durch einen PIQ-Administrator der Foundation.

Zur Erläuterung: PIQs enthalten grundlegende biographische Informationen von Holocaust-Überlebenden, die in einem ersten Interview festgehalten wurden. Sie dienten einerseits zur Vorbereitung auf das eigentliche Interview.
Andererseits sollte gewährleistet werden, dass gewisse grundlegende Daten auf jeden Fall festgehalten werden.Diese Profildaten bilden nun die Grundlage des Katalogisierungs-Prozesses. Dies trifft in zweierlei Hinsicht zu.

"Long-Form Entry": Hierbei werden sämtliche Informationen, die aus den Eintragungen im Fragebogen direkt ableitbar sind, in die dafür vorgesehene Maske eingegeben. Es handelt sich dabei um den ersten Schritt der Katalogisierung im engeren Sinn eines Interviews. Damit sind die Stationen des Lebens sowie Informationen über den familiären Hintergrund etc. eines Interviewten festgehalten. Diese Daten bilden in weiterer Folge das Gerüst für die Katalogisierung des Haupt-Interviews durch das Katalogisierungs-Personal der Shoah Foundation. Die einzelnen Erinnerungen des/der Interviewten können auf Basis dieser Daten den verschiedenen Lebensabschnitten zugeordnet werden.

"Short-Form Entry": In diesem Fall handelt es sich um einen der ersten Schritte der Katalogisierung im weiteren Sinn eines Interviews. Es werden lediglich ausgewählte Profildaten jedes Fragebogens eingegeben. Die so entstandenen Datensätze geben den zuständige Mitarbeitern der Shoah Foundation die Möglichkeit Prioritäten zu setzen wenn entschieden werden soll, welche der über 50.000 Interviews früher katalogisiert werden.

Nachforschungen:
Teil der Eingabe von PIQ Daten war es manchmal auch, Nachforschungen über erwähnte Namen von Orten, Ghettos oder Konzentrationslagern anzustellen.

14. Juli 1999 bis 15. August 1999
Einschulung Phase II für die Eingabe von PIQs in die Datenbank der Shoah Foundation.
Dabei arbeitete der Gedenkdiener ohne ständige Betreuung. Jeder einzelne Datensatz wurde jedoch weiterhin von einem/r Vorgesetzten überprüft. Zu jedem Fragebogen erhielt der Gedenkdiener sodann einen Überprüfungsbericht. Außerdem hatte er die Verbesserungen selbst vorzunehmen.

16. August 1999 bis 29. August 1999
Assistenz in der Einschulung von neuen Mitarbeitern.
In dieser Zeit wurde der Gedenkdiener dafür herangezogen, neue Mitarbeiter in die die Tätigkeiten eines PIQ-Administrators einzuführen. Diese bestehen im Wesentlichen aus den selben Aufgaben, die der Gedenkdiener bis dahin auszuführen hatte.
Teilnahme am Schulungsprogramm für PIQ-Administrators.
Mitarbeiter der Shoah-Foundation hielten im Laufe dieser beiden Wochen mehrere Referate zu gewissen Themen, um die neuen Mitarbeiter mit den notwendigen historischen Hintergrund-Informationen zu versorgen. Der Gedenkdiener besuchte diese Veranstaltungen ebenso.

30. August 1999 bis 26. September 1999
Reguläre Arbeit an der Eingabe von PIQ-Datensätzen.
Dabei hatte der Gedenkdiener wie jeder Mitarbeiter ein wöchentliches Produktions-Soll von 5 Long-Form Entries und 60 Short-Form Entries zu erfüllen.

27. September 1999 bis 17. Oktober 1999
Eingabe von PIQ Datensätzen mit Einbeziehung von deutschsprachigen PIQs.
Deutschsprachige Fragebögen wurden lediglich für Short-Form Entry herangezogen. Das Short-Form Entry Produktions-Soll für die Eingabe von nicht-englischsprachigen PIQs beträgt 50 pro Woche.

18. Oktober 1999 bis 5. November 1999
1) Short-Form Entry von deutschsprachigen PIQs. 20 Stunden pro Woche
2) Einschulung für Arbeit am Schlagwort-System der Datenbank und erste Tätigkeiten in diesem Aufgabengebiet.
Als Teil dieser Tätigkeit musste der Gedenkdiener beispielsweise einige Schlagwortlisten überprüfen und die Formate aller Schlagworte dem aktuellen Format anpassen.

Für den gesamten Berichtszeitraum
Diverse kleinere Aufgaben, die dem Gedenkdiener jeweils je nach Bedarf zugewiesen wurden. Dies umfasste unter anderem Übersetzungen von Dokumenten oder Unterstützung bei der Katalogisierung wenn Interviewte deutschsprachige Begriffe oder Personen-Namen verwendeten.

Juli 2000 - September 2000:
1) Datenbankverwaltung:
Ausbesserung von Fehlern in der Schreibweise von Namen in der zentralen Datenbank.

2) Problembehebung:
Arbeit an der Behebung von Problemen mit einzelnen Fragebögen (z.B. fehlende Seiten, Kopierfehler, etc.)

3) Assistenz in der Forschung:
Erstellung eines Forschungspapiers über das Wesen und die Geschichte der verschiedenen reformierten Kirchen in den Niederlanden. Das ausgearbeitete Papier dient als Grundlage für in der Datenbank einzurichtende Stichworte.
Diverse kleinere Aufgaben, die dem Gedenkdiener je nach Bedarf zugewiesen wurden.Dies umfasste unter anderem die Übersetzung von Dokumenten oder Unterstützung bei der Katalogisierung, wenn Interviewte deutsch- oder niederländischsprachige Begriffe oder Personen-Namen verwendeten.